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Jahrgangsübersicht

Jedes Jahr hat seine eigene Geschichte. Nachfolgend zeigen wir Ihnen die klimatischen Unterschiede, Parallelen der vergangenen Jahre und versuchen Ihnen den  Zusammenhang aus den Ereignissen und Zeitpunkten mit der daraus resultierenden "Jahrgangstypizität" zu erklären.

2018 | 2017 | 2016 | 2015

2018

vollmundig, fruchtbetont & konzentriert

Der kalte Jahresstart führte zu einem leicht verzögerten Austrieb der Reben, sodass wir dieses Jahr von den gefürchteten Spätfrostschäden gänzlich verschont blieben. Das durchwachsene, relativ warme und niederschlagsreiche Frühjahr half der Natur, seinen Entwicklungsrückstand gut aufzuholen. Der heiße und trockene Sommer verlangte den Reben einiges an Trockenresistenz ab, was speziell älteren Rebanlagen mit guter Wurzelversorgung zu Gute kam. Die Arbeit im Weinberg verlangte daher ein Umdenken beim sogenannten Laubwandmanagement, um die Trauben länger als gewohnt vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Mit beginnender Zuckereinlagerung in die Trauben, Anfang Juni, setze ein wohldosierter Niederschlag ein, der zu einer frühen Reife führte.

Die Ernte begann daher bereits Ende August für unsere Seccos sowie die jungen, frischen Weine. Ab Anfang September konnten wir voll ausgereifte, vollkommen gesunde Trauben für unsere Grossen Gewächse und die Lagenweine ernten. Die größte Herausforderung bestand darin, den idealen Erntezeitpunkt für jede einzelne Lage abzupassen, um weder unreife noch überreife Aromen in den Wein zu bekommen und um die Alkoholgradationen möglichst moderat zu halten. Die Verarbeitung dieser perfekten Trauben war denkbar einfach und gleichfalls ungemein faszinierend. Nie haben wir solch ein Traubengut verarbeiten können. Fermentation, Spontanvergärung, ggf. biologischer Säureabbau - alles lief wie geplant und ohne den kleinsten Zwischenfall ab.  

Sensorisch wird der Jahrgang 2018 komplexe, vollmundige Weine hervorbringen. Gerade Rebsorten- und Lagenwein werden davon ungemein profitieren und sowohl sehr viel Frucht zeigen, aber auch ihr jeweiliges Terroir eindrucksvoll hervorbringen. Bei den Grossen Gewächsen hängt alles vom perfekten Lesezeitpunkt ab. Wir erwarten hier sehr dichte, anfänglich durchaus verschlossene Weine, mit einem hohen Reifepotenzial. Stilistisch erinnert uns dieses Jahr am Ehesten an 2005. 

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2017

filigran, vielschichtig, heterogen

Das Jahr war von Beginn an von teilweise extremen Naturereignissen geprägt. Spätfröste bis in das Frühjahr hinein, Hagel im Sommer und starke Niederschläge im Juli und August. Für Winzer bedeutet das sehr viele Zusatzstunden im Weinberg. Durch die entsprechend schnelle Zunahme an Volumen und Zuckereinlagerung in den Beeren erfolgte 2017 die schnellste und teilweise auch früheste Lese, die es bei uns je gegeben hat. Die Herausforderung bestand darin, möglichst gesundes Traubengut, mit nicht zu hohem potenziellem Alkohol zu ernten. 

Eine strenge Traubenselektion im Weinberg und auf dem Sortiertisch im Weingut waren dabei unumgänglich, um Weine mit Präzision und Strahlkraft erzeugen zu können. Durch diese zusätzliche Kontrolle konnten wir alle Lagenweine wie gewohnt mit den weinbergseigenen Hefen spontan vergären lassen. Durch die etwas schlankere, dafür aber fast vibrierend lebendige Stilistik der Grundweine werden die Passagen im Holz für diesen Jahrgang etwas kürzer ausfallen, um die Harmonie der Weine zu erhalten.

Sensorisch sind die Weine etwas schlanker und heterogener als zum Beispiel im Jahr 2015.  Diese feminine Art wirkt jedoch weder dünn noch ausdrucksschwach. Wenn unsere Entscheidungen als Winzer und die Wetterkapriolen gut substituierbar waren, ist das genau das Rezept, aus dem Weltklasseweine entstehen können. Der Jahrgang erinnert uns an 2001 – ebenfalls kein einfacher Jahrgang, aber in der Spitze eben doch groß.

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2016

ausgewogen, rassig, lagerfähig

Was für ein spannendes Jahr. Wettertechnisch hielt es alles bereit, worauf man als Winzer gern verzichten möchte. Nach einem durchschnittlichen Austrieb kam es Ende April zu vereinzelten Spätfrösten, gefolgt von Hagel. Bereits hier war klar, die Erntemenge wird geringer als 2015. Im Mai und Juni kam es dann zu unerwartet heftigen Niederschlägen und damit zu hohem Peronospora-Druck. Die gut belüfteten Steillagen waren hiervon zum Glück weniger stark betroffen. Der August wurde dann sehr trocken und heiß. Er verschob das Problem hin zu Trockenstresssymptomen bei Jungpflanzen, die mit gezielter Tröpfchenbewässerung wieder ins Gleichgewicht gebracht werden mussten. 

Die Ernte begann bei perfektem Herbstwetter Anfang September und dauerte bis spät in den Oktober hinein. Dank akribischer Arbeit im Weinberg war der Gesundheitszustand der Trauben sehr gut. Durch die vergleichsweise entspannte Lese kam es weder in der Traubenannahme noch in der Verarbeitung zu Engpässen oder ungewollten Standzeiten, sodass alle Weine unter hervorragenden Bedingungen ausgebaut werden konnten. 

Sensorisch sind die Weine des Jahrgangs 2016 ausgewogen und harmonisch. Die Alkoholwerte sind niedriger als in warmen Jahrgängen wie 2015 und die Säurewerte dementsprechend etwas höher. Damit werden die Weine einerseits lagerfähiger und andererseits bekommen sie etwas mehr Trinkfluss. Durch die Ausgewogenheit der Weine erinnert uns der Jahrgang an 2009.

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2015

mineralisch, extraktreich, dicht

Es war das trockenste Jahr der vergangenen 40 Jahre. Nur unsere ältesten Rebanlagen, in den besten Steillagen sind gänzlich ohne Tröpfchenbewässerung ausgekommen und haben daher in noch nie dagewesener Klarheit gezeigt, welchen Einfluss das Terroir auf die späteren Weine hat – doch dazu später mehr. Zwischen Februar und August gab es nur geringe Niederschläge, dafür blieben wir von Spätfrösten und Hagel gänzlich verschont. Ab Mitte August setze dann ein ergiebiger Landregen ein, verbunden mit einer deutlichen Abkühlung. Somit blieben die Trauben bis zur Ernte vollständig gesund. Die Lese verlief relativ entspannt, die größte Herausforderung bestand darin, jede Parzelle zum richtigen Zeitpunkt, zwischen physiologischer Reife und zunehmender Zuckereinlagerung in den Trauben, zu ernten. Das ist uns Dank eines großen Teams und ausreichend Platz bei der Verarbeitung sehr gut gelungen.

Das anschließende Verarbeiten der Trauben war verhältnismäßig einfach. Keine Sortiertische, keine Gärungsprobleme durch Nährstoffmangel im Most – alles lief wie geplant. Die spontanvergorenen Weine haben bereits direkt nach der Vergärung sehr viel von ihrer Kraft und Frucht gezeigt, sodass speziell die Weine mit einer Holzpassage etwas länger ausgebaut werden müssen, um die angestrebte Harmonie zu erreichen.

Speziell die Weine aus alten Anlagen und den Filetstücken unserer Steillagen zeigen derart präsente Terroirunterschiede, wie in wenigen Jahren zuvor. Mineralisch, extraktreich und mit einer gut stützenden Struktur gehören diese Weine zum Besten, was wir je produziert haben. Schön ist aber auch, dass alle anderen Weine von der Reife und Fülle des Jahrgangs profitieren und dass man trotz aller Lagerfähigkeit schon jetzt ausgesprochen fruchtige und trinkige Weine im Glas hat. Der Vergleich zu anderen Jahren ist nahezu unmöglich. Ausgehend von der Dichte der Weine ist 2015 vielleicht am besten mit 1997 vergleichbar.

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